Zucht und Sport auf hohem Nivau
Unter diesem Leitsatz veranstalteten die Pferdefreunde am Wendelstein im Rahmen ihres altbewährten Rossererfestes sowohl die Obb. Meisterschaften der Zweipänner, die Bayerischen Meisterschaften der Junioren im Fahren als auch das obb. Fohlenchampionat für Haflinger und Edelbluthaflinger.
Das überschaubare aber dafür hochkarätig besetzte Starterfeld versprach in der Tat ein Sportwochenende auf höchstem Niveau. So war es besonders erfreulich, dass nahezu alle bayerischen Teilnehmer der eine Woche später in Hessen stattfindenden Deutschen Meisterschaften der Junioren und jungen Fahrern in Bad Feilnbach am Start waren.
Zunächst war Petrus den Pferdfreunden wahrhaftig nicht wohl gesonnen. Sinnflutartige Regenfälle ließen Parkplätze, Abfahrplatz und auch das Fahrerlager zu einer Seenlandschaft werden, sodass die Unterbringung der Teilnehmer und Besucher zu einer logistischen Herausforderung wurde.
Dressur als Grundlage für die Kombinierte Wertung
Wer sich dem schlechten Wetter zum Trotz doch zum Zuschauen hinauswagte, konnte am ersten Prüfungstag durchwegs gute Leistungen in den Dressurprüfungen bewundern. Bei den Pony-Zweispännern siegte hier Maximilian Forster mit seinen beiden Haflingern Nerz und Ajoscha, der damit den Grundstein für eine erneute Titelverteidigung legte. Den Sieg bei den Zweispänner Großpferden beanspruchte Johann Möhrle mit Waldgraf und Mitosz für sich. Erwin März mit Noah und Barbi Stein mit Maestoso verzeichneten bei den Einspännern Pony bzw. Großpferd den ersten Platz für sich. In einer Eignungsprüfung für Fahrpferde hatten die Fahrer am Freitag dann noch die Möglichkeit ihre Nachwuchspferde zu präsentieren. Den Sieg sicherte sich hier Kathrin Karosser mit dem von ihrem Vater selbstgezogenen Bayernwallach Linaro, verpasste aber knapp die Qualifikation zum Bundeschampionat.
Am Samstag stiegen schließlich die Junioren ins Turniergeschehen ein, nun endlich auch bei strahlendem Sonnenschein. Als erste Teilprüfung für die Bayerische Meisterschaft stand eine Dressurprüfung der Klasse A auf dem Programm. Hier zeigten die Nachwuchsfahrer ihr Talent und lieferten beachtliche Leistungen ab. Der Sieg ging an die Titelverteidigerin Lisa Noppenberger mit dem Haflingerwallach Nino.
Rasante Fahrten im Gelände
Der restliche Samstag stand ganz im Zeichen des Geländefahrens. Die Geländeprüfungen wurden als Kurzgelände durchgeführt, d.h. die bisher bekannte Wegestrecke wurde durch eine 30-minütige Aufwärmphase auf dem Abfahrplatz ersetzt. Diese Maßnahme erleichtert dem Veranstalter die Organisation eines Fahrturniers enorm. Für die Teilnehmer stellte diese Änderung kein Problem dar. Die zahlreichen Besucher konnten in den eng beieinander liegenden vier Hindernissen rasante, aber dennoch harmonische und vor allem unfallfreie Fahrten sehen. Den Sieg im Gelände sicherte sich bei den Pony Einspännern Susanne Rachner mit Olymp, bei den Großpferde Einspännern Udo Fincke mit Rantanplan, bei den Pony Zweispännern Kathi Dam mit Nala und Naomi und bei den Großpferde Zweispännern Xaver Pfleger mit seinen altbewährten Pferden Rado und Lambrusco. In der Wertung der Bayerischen Meisterschaften der Junioren freute sich Lisa Noppenberger über den Sieg im Gelände der Ponies während Sylvia Dörner bei den Großpferden den ersten Platz mit Zafiro für sich verbuchte.
Hindernisfahren: Nichts für schwache Nerven
Im abschließenden Hindernisfahren am Sonntag stellte Parcourschef Hans Thieß den Fahrer und Fahrerinnen mit einem flüssig zu fahrenden aber dennoch anspruchsvollen Parcours eine kniffelige Aufgabe. Da die Starterfelder nach den ersten beiden Teilprüfungen teils sehr eng zusammen lagen, bedeutete der Abwurf eines Balles sofort den Verlust einiger Plätze in der kombinierten Wertung. Bei den Einspännern Pony bewies in erster Linie Susanne Rachner starke Nerven und sicherte sich mit einer Nullfehlerfahrt nicht nur den Sieg im Hindernisfahren sondern auch in der Kombi. Das gleiche Kunststück gelang auch Maximilian Forster, welcher sich damit zugleich auch den oberbayerischen Meistertitel holte. Bei den Einspännern Großpferd sicherte sich zwar Peter Osl mit Santos den Sieg, doch Barbi Stein war der Sieg in der kombinierten Wertung nicht mehr zu nehmen. Einen schönen Erfolg mit einem dritten Platz in der Kombi dieser Wertung konnte Kathrin Karosser vom gastgebenden Verein mit Linaro verzeichen. Michaela Reinisch lieferte bei den Zweispännern Großpferde mit Kapra und Kiara die schnellste fehlerfreie Runde. Der Sieg in der kombinierten Wertung ging hier an Johann Möhrle. Über den Titel Oberbayerische Meister Zweispänner freute sich letztendlich Xaver Pfleger.
Mit sagenhaften drei Siegen aus drei Prüfungen setzte sich Lisa Noppenberger an die Spitze der Bayerischen Junioren und durfte sich mit der Schärpe des Bayerischen Meisters Pony Junioren schmücken. Theresa Scheiter mit Gipsy holte sich den Titel bei den Großpferden.
Meisterehrung in würdigem Rahmen
In einem abwechslungsreichen Schauprogramm wurden die neuen oberbayerischen und bayerischen Meister vor mehr als tausend Zuschauern geehrt.
Einer der Höhepunkte im Schauprogramm war Claus Luber mit seiner Haflinger-Quadriga, der vielen aus dem Musical „Ben Hur“ bekannt ist. Mit atemberaubender Geschwindigkeit aber dennoch stets Herr der Lage lenkte er seine vier Hengste über den Platz. Weitere Schaunummern waren unter anderem Pferdefußball, eine bunte Reitquadrille und ein Pas de Deux von Elisabeth Söllner, die ihre hochprämierte Zuchtstute Marina nur mit Halsring ritt und Kathrin Karosser mit dem süddeutsch gekörten Deckhengst Argentino Ass. Bei den Zuschauern besonders beliebt war außerdem die Ungarische Post von Florian Heiß mit seinen zwei Kaltblutstuten.



