Diesmal hatte die Polizei einen der Täter auf frischer Tat ertappt, und zwar beim Besprühen der Wand der Leo-von-Welden-Schule mit Farbe. Daraufhin wurde der Bub vom Bürgermeister anstelle einer Anzeige zum Weißeln der Wand verdonnert. Seine Strafe trat er auch an, allerdings gab er bereits nach einer Stunde angeblich völlig entkräftet auf. Die herbeizitierten Eltern zeigten sich erschüttert über den Zustand ihres armen Kindes, holten es nach Hause und beglichen die restlichen Malerarbeiten aus der eigenen Tasche.
Diese kleine Anekdote, die der Polizist nach Tatortbesichtigung am Rossererplatz in Bad Feilnbach zum Besten gab, zeigt, wie schwer es ist, dem Problem des Vandalismus beizukommen, wenn schon die Eltern nicht begreifen, was sie da eigentlich heranziehen.
In der Nacht von Sonntag auf Montag sind bislang unbekannte Täter in den Vereinsstadl der Pferdefreunde am Wendelstein eingebrochen und haben deren Rasenmähertraktor gestohlen. Die Täter sind mit dem Gefährt noch über die Wiesen gefahren, dann verliert sich die Spur. Der Traktor bleibt verschollen.
Das Delikt reiht sich in die unrühmliche Serie von Straftaten der letzten Zeit in Bad Feilnbach ein. Vandalismus, Einbrüche, mutwillige Zerstörungen. Ob es sich bei den Traktor-Dieben um die selben Personen handelt, die für die Verwüstung der Mooskapelle, die Verschmutzung und Zerstörung de Parkanlagen oder die zahlreichen Einbrüche im Ort verantwortlich sind, ist unbekannt. Fest steht allerdings, dass für die Polizei Bad Feilnbach derzeit so etwas wie der Brennpunkt No.1 ist und immer wieder ist von Jugendbanden die Rede. Woran das liegt, darüber kann man nur spekulieren. Angeblich würden russische Jugendliche aus der Umgebung nach Bad Feilnbach kommen und sich dort mit deutschen Jugendlichen treffen, was die Polizei für eine gefährliche Kombination hält. Und wenn man sich die Kommentare meines letzten Beitrags zu diesem Thema ansieht, könnte das auch tatsächlich stimmen.
Doch warum gerade Feilnbach? Es gibt hier doch nichts, was für unausgelastete Jugendliche interessant wäre. Oder ist es gerade das, was diese reizt? Ein unberührtes Milieu?
Überhaupt fällt es schwer, sich in die Täter hinein zu versetzen. Wenn ich nachts durch Feilnbach ginge und dabei versehentlich, sagen wir mal, einen Seitenspiegel eines Autos touchiere, dann hab ich danach ein schlechtes Gewissen und Angst, dass ich erwischt werde. Ich mache mich verrückt und stelle mich am Ende wahrscheinlich selbst.
Besagte Täter aber nun scheinen diesen Zustand geradezu zu provozieren! Als wolle man ein Spiel mit Polizei und Behörden spielen. Auch ist es verwunderlich, dass, mal abgesehen vom Rasenmäher, anscheinend nie was geklaut wird. Und das klingt in meinen Ohren so absurd, als würde ich einen Spielfilm sehen (mir kommen immer wieder zu Parallelen zu New Police Story in den Sinn).
Und nebenbei: Die Gemeinde möchte nun als Abhilfe auf unserem Jugendplatz (den Basketballplatz hinten beim Minigolfplatz) einen Bauwagen aufstellen. Für die jungen Leute…
Die Rosserer haben nun ein Problem. Vorerst ist der Traktor verschwunden und sollte er tatsächlich wieder auftauchen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass er das in einem Stück oder noch funktionierend tut. Geld für einen neuen Rasenmäher ist aber nicht da und auch wenn die Täter geschnappt werden und es sich tatsächlich um Jugendliche handelt, ist die Hoffnung gering, dass die Strafen so ausfallen, dass die Rosserer wieder einen gleichwertigen Rasenmäher erhalten werden ohne selbst in die Tasche greifen zu müssen.
Wahrscheinlicher ist da schon, dass es auf einen Arbeitsdienst hinauslaufen wird. Und wie das ausgeht, zeigt die einleitende Anekdote.

Leider gibts keine andren Bilder vom gestohlenem Rasenmäher als das…