Veronica in Rom

Andi

Diesen Beitrag verbrach Andi am 28. Februar 2009
Kategorie: Rezensionen | Was dazu schreiben 



Veronica Mars

Meine Vorliebe für Serien ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Und weil meine Prinzessin diese teilt, schauen wir uns die meisten Serien zusammen an. Eine dieser paartauglichen ist Veronica Mars.
Was wie ein Science-Fiction-Porno klingt, ist tatsächlich eine sehr launige US-Teenie-Serie, die man sich allerdings auch gut als Erwachsener genehmigen kann.
Fühlt sich ein bisschen an wie Gilmore Girls.
Season 1 umfasst 22 Episoden, in jeder löst Titelheldin Veronica Mars, Tochter eines Privatdetektivs, mal spannende, mal tragische, mal lustige Fälle in der versnobten Stadt Neptunee. Zusammengehalten werden die an sich jede für sich stehenden Episoden durch eine Verschwörung, die sich um den Mord von Veronicas bester Freundin Lilly ranken.
Noch ein Jahr vor der tatsächlichen Handlung war Veronica nboch Teil von Neptunes Upperclass. Ihr Freund war Duncan Kane, der Sohn des Milliardärs Jake Kane. Lilly, Duncans Schwester war Lilly. Als Lilly ermordet wurde, brach für Veronica eine Welt zusammen. Ihr Vater, damals noch der Sheriff von Neptune, hatte Jake Kane im Verdacht, etwas mit dem Mord an seiner Tochter zu tun zu haben. Doch Keith Mars wurde aus dem Amt entlassen, bevor er weitere Ermittlungen anstellen konnte. Anders als ihre Mutter, die Neptune und ihre Familie verließ, hielt Veronica zu ihrem Vater. Von diesem Moment an wurde sie jedoch an der Schule zur verachteten Außenseiterin. Veronica und ihr Vater versuchen von nun an, in der elitären Stadt voller arroganter Reicher den Kopf über Wasser zu halten.

VM

Was die Serie vor allem ausmacht ist der Spaß, der von Kristen Bell fantastisch verkörperten Figur der Veronca Mars dabei zuzusehen, wie sie sich vom krassen Aussenseiter durch das Lösen kleiner Fälle eine kleine Clique aufbaut, sich nach und nach bei allen rächt, die ihr Leid zugefügt haben und schließlich den immer verzwickter werdenden Mordfall löst.

Einziger Wehrmutstropfen: So wunderbar sympathisch die Charaktere auch rüberkommen, immer dann, wenn es ans Eingemachte geht, sprich Sex, macht die Serie einen keuschen Rückzieher. Mehr als Bussibussi ist nie drin, natürlich ist Veronica mit ihren diversen Liebschaften immer wochen- und monatelang zusammen, miteinander geschlafen wird allerdings nie. Das ist insofern verlogen und typisch amerikanisch, weil auf der anderen Seite ordentlich geprügelt, gespielt und gesoffen, sowie mit Drogen hantiert wird.
Die falsche Prüderie ist hier völlig fehl am Platz und stört vor allem gegen Ende die Atmosphäre.

Veronica Mars läuft immer dann zu Höchstform auf, wenn es nicht um Beziehungen geht, sondern die teilweise herrlich schnodrigen Dialoge abgefeuert werden oder Veronica einen ihrer Widersacher aufs Kreuz legt.

Fazit: Kein Meilenstein, kann man sich aber gut ansehen.

Rom

Eine weitere Serie, die ich Euch ans Herz legen möchte, ist Rom. Ich weiß, das lief schon oft auf RTL II, aber erstens schaue ich so gut wie nie fern und wenn dann garantiert nicht RTL II.
Rom ist in deren Programm die sprichwörtliche Perle unter Säuen. Auch wenn das ganze weit weniger “paartauglich” ist, als die Veronica…

In 12 Folgen zeigt sie die Ereignisse der Jahre von 50 bis 44 v. Chr., also den Römischen Bürgerkrieg und Caesars Aufstieg zur Alleinherrschaft bis zu seiner Ermordung.
Geschickt mischt die Serie dabei historische Fakten und Figuren (bspw. Die Machtkämpfe zwischen den Anhängern Caesars und dem konservativen Senatsadel um Pompeius, Cato und Brutus) mit fiktiven Handlungssträngen (Zenturio Lucius Vorenus und den Legionär Titus Pullo).
Bereits die erste Folge hat bei mir etwas bemerkenswertes vollbracht: Hier werden sämtliche relevanten Figuren eingeführt und mir sind sofort alle ans Herz gewachsen, sowohl die guten als auch die bösen. Das durchweg hohe Niveau hält die Staffel über ihre ganze Laufzeit, die Schauspieler wissen genauso zu begeistern wie die gewaltigen Schauwerte. Immerhin gilt Rom mit 100 Millionen Produktionskosten als teuersate Serie aller Zeiten.

Im Gegensatz zu Veronica Mars ist Rom alles andere als prüde. Toll trieben es die alten Römer, und hier wird das in Bild und Ton festgehalten. Kaum eine Folge, in der es keine expliziten Sexszenen gibt und hier treibts wirklich jeder mit jedem, egal ob Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann oder Schwester und Bruder. Geschlechtsteile und Sperma inklusive.

Auch die Gewaltdarstellung erreicht ein für TV-Verhältnisse ungewöhnliches Maß. Das geht soweit, dass eine Folge gar erst ab 18 Jahren freigegeben ist, sodass es die Box in zwei Fassungen gibt: eine ab 16 und eine ab 18 Jahren, nur letzter enthält die ungeschnittene Folge.

Erwähnenswert ist auch noch das Geschichts-Feature. Auf Wunsch kann man in die laufende Sendung sehr lesenswerte Infotafeln einblenden, die einen mit interessantem Hintergundwissen versorgen. So galt beispielsweise im alten Rom für einen Mann ein Seitensprung mit einer Sklavin nicht als Delikt. Betrog aber eine Frau ihren Mann, hatte dieser das Recht, sowohl sie, als auch ihre Kinder zu erschlagen.

Fazit: Ich werde mir jetzt Staffel 2 genehmigen, Euch rate ich dringend zu diesem kleinen Juwel. Spannender kann man Geschichte nicht präsentieren.

Rom

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