Ein Nerdleben

Andi

Diesen Beitrag verbrach Andi am 27. September 2009
Kategorie: Berichte, Erkenntnisse | 1 Kommentar 



Nur wenige Dinge entwickeln sich so rasend schnell weiter wie Computer- und Videospiele. Wenn mir vor 10 Jahren jemand gezeigt hätte, wie fantastisch heutige Spiele wie Crysis oder Resident Evil 5 aussehen, ich hätte es schlicht nicht geglaubt, waren doch damals die 64-Bit-Klötzchen-Grafik des Nintendo 64 das Maß der Dinge.

Kürzlich habe ich bei mir entrümpelt und mich dabei schweren Herzens von meiner großen TOTAL-Sammlung getrennt, dereinst das Stat-of-the-Art Magazin für einen Nintendo-Fan-Boy wie mich. Ich weiß noch heute wie ich mich immer wie ein Schnitzel gefreut habe, wenn ich einmal im Monat mittwochs mit einem 5-Mark-Stück im örtlichen Zeitlungsladen aufschlug um mir die neue Ausgabe zu holen.

Meine schöne TOTAL-Sammlung ist jetzt Altpapier…


Heut ist man beim Druchblättern der Ausgaben ist versucht, das, was man da vor Jahren noch so toll gefunden hat, zu belächeln und verspotten. Aber das funktioniert nicht so richtig, denn gleichzeitig kommen die vielen schönen Erinnerungen an endlose Super Mario-Kart-Rennen wieder hervor, an verzockte Golden Eye-Nächte, an all die wunderbaren Abenteuer mit den Marios, Yoshis, Links und Donkey Kongs dieser Welt.

Heute hätte ich weder Zeit noch Muse, in Super Mario World jedes, aber auch wirklich jedes versteckte Geheimnis zusammenzukratzen oder Donkey Kong Country mit 101% zu beenden. Ich bin 8 Stunden am Stück vor dem König der Löwen-Spiel gesessen, nur weil man da nicht speichern konnte und ichs trotzdem durchspielen wollte (bin dann an Scar, dem letzten Endgegener in diesem beschissenem Lava-Level gescheitert).
Das war noch eine andere Art zu spielen, denn es konnte Dir da passieren, dass du sämtliche Leben verzockt hast und dann hast eben 5 Stunden umsonst gespielt. Heute undenkbar, damals ganz normal. Ich kann heute noch die Melodie aus dem tausendfach gespielten Flugzeug-Level in Käpt’n Balu auf dem Game Gear summen.

Die Genese der Videospiele hat diese heute eher zu interaktiven Filmen gemacht. Ein schönes Beispiel dafür ist das jüngste Resident Evil. Ich habe das Spiel vor ein paar Wochen auf Playstation 3 durchgespielt. Und es hat großen Spaß gemacht, Zombies in bildhübscher Grafik und kinoreifer Inszenierung zu schnetzeln, wenn es auch in keinster Weise mit einem Zelda – A Link to the Past oder einem Secret of Mana mithalten kann. Neuere Videospiele sind wie Hollywood-Blockbuster: Schön und laut, mitreißend und mit tollen Effekten, und mit wenigen Ausnahmen nach kurzem wieder vergessen.

Die Genese der Videospiele – Oben: Resendet Evil 5, unten: Zelda – A Link to the Past


Kürzlich haben wir übrigens versucht, an meiner Playstation altes Retro-Konsolen-Mulitplayer-Feeling aufkommen zu lassen. Immerhin gibt es ja da ein paar nette Spiele, die sich zu viert zocken lassen, beispielsweise Call of Duty 4 oder das Remake von Turtles in Time. Mit Pizza, Chips und Bier und gemütlicher Couch. So richtig nerdig eben.
Und es macht schon noch Spaß, sich gegenseitig eins, oder dem Computergegener was auf die Mütze zu haun. Aber die Langzeitmotivation ist halt nicht mehr da. Ob es daran liegt, dass ein Call of Duty nicht an ein Golden Eye herankommt oder wir einfach alt werden, oder früher alles besser war, wer weiß.

Retro-Zocker-Abend im Fotostudio


Leider mag mein TV-Gerät nicht mehr mit dem alten SNES reden, ich kanns also nicht mal mehr spielen, das ganze alte Zeug. Ist aber wahrscheinlich auch besser so. Denn wie bei allen alten und vergangenen Dingen neigen wir ja oft dazu, Dinge zu verklären und das Schlechte zu vergessen. Die zahlreichen Bildschirm-Tode, die verspielte Zeit, das viele Geld, das man auch für die Rettung der Wale hätte einsetzen können.

Aber das war es wert.

Ruht in Frieden, ihr Videospiel-Erinnerungen.

1 Kommentar 

  1. Flo
    am 28. September 2009
    1

    Hachja Turok, was haben wir auf den Teil 2 gefiebert… ;)

    Oder Golden Eye… *schwärm*

    Waren schon Leckerlis ;)

Schreib auch was!