Wer in München Auto fährt, sollte eigentlich eine Sonderausbildung machen müssen. Ala „Wie überlebe ich und mein Auto eine Fahrt durch München“.
Leider gibt’s das nicht, also werden bemitleidenswerte Greenhorns immer wieder ins kalte Wasser fallen.
Leser des Mardermolchs habens gut, Ihr erfahrt hier die wichtigsten Grundregeln kompakt verpackt:
1. Münchner Ampeln haben nur zwei Farben. Grün und Dunkelrot. Dazwischen gibt es nichts. Nein, wirklich nichts. Das ist wichtig. Ganz schlimm: An der Ampel bei Gelb stehen bleiben. Auch bei Orange. Und Rot. Erst bei Dunkelrot darf man bremsen. Beschwert Euch sonst nicht, wenn Ihr angehupt werdet. Wer ein schnelles Auto hat (Porsche, BMW, Mercedes) darf auch bei Dunkelrot fahren, das würde ich aber Anfängern nicht raten.
2. Wer immer den Blinker erfunden hat, hat sich sicher was dabei gedacht. Aber das gilt in München nicht. Blinker sind nur dazu da, um dem BMW-Logo auch auf der Fahrzeugseite eine Daseinsberechtigung einzuräumen. Wundert Euch nicht über wildes Spurenwechseln ohne Ankündung. Es wird von Euch erwartet, daß Ihr vorausseht, wann Euer Vordermann die Fahrspur wechseln oder abbiegen möchte.
3. Macht nie den Fehler und legt Euch mit Busfahrern an. Die haben IMMER recht auch wenn Sie entgegen der Fahrtrichtung auf Eurer Spur daherkommen. Da hilft nur klein bei begeben, denn im Zweifelsfall hat der Busfahrer das größere Auto.
4. Wundert Euch nicht, wenn zweispurige Straßen plötzlich drei und mehrspurig werden. In München hat jede Straße ihre eigenen Gesetze. Ebenso ist es möglich, daß eine zweispurige Straße nur einspurig befahrbar ist, da eine Spur als Parkstreifen genutzt wird. Im Zweifelsfall immer auf die anderen Autofahrer achten und es ihnen unauffällig gleichtun. Achtet dabei aber darauf, daß Ihr Euch nicht einen BMW oder Mercedes als Vorbild nehmt, denn für die gelten wieder Extra-Regeln: Die fahren anderen Autos nämlich so nah auf (weil’s ihnen pressiert, Dir nicht!), daß aprupte Bremsmanöver nicht ausgeschlossen sind und bei einem Auffahrunfall zahlt Ihr immer mit.
5. Faustregel für Geschwindigkeiten im Münchner Verkehr: Prinzipiell hat man so schnell zu fahren wie es die aktuelle Staulage zuläßt, als Faustregel gilt aber etwa 20 KMh über der erlaubten Geschwindigkeit. Denkt Euch nichts, das ist ganz normal, ihr müßt nur einen Radiosender mit gutem Verkehrsfunk (und Blitzermelder) laufen haben. Ihr gewöhnt Euch dran. (Ausnahmen gelten an dieser Stelle für Mercedes- Porsche- und BMW-Fahrer, die dürfen so schnell fahren wie sie wollen und zusätzlich auch rechts überholen. Gewöhnt Euch auch daran)
7 Kommentare
Schreib auch was!



flo
am 13. Juni 2006Man könnte fast meinen, Du hegst einen tiefen Hass gegen BMW, Mercedes und Co… =)
Also wenn die Wörter München, Porsche, BMW und Mercedes nicht gefallen wär, hätte ich auf Italien getippt… =)
Wer das schnellste und lauteste Auto hat, erfreut sich uneingeschränkter Vorfahrt in jeder Verkehrslage… der Polizei ist das dann auch egal, die kommen mit ihrem Stöpsel-Fiat eh nicht nach =)oder “Alle 10 Km hab ich ne Panne” – Alfa Romeo
Andi
am 13. Juni 2006Drücken wir es so aus. Wenn ich mal viel Geld hab, dann ist das letzte Auto das ich mir kaufen würd ein BMW oder ein Mercedes. Schon allein wegen dem Image.
Manu
am 14. Juni 2006Tja,…woher kenn ich sowas wohl? Hättest Du Deine Anleitung nicht vor 2 Jahren schon schreiben können?
Ich hab mir seit meiner letzten Fahrt mitten durch München geschworen NIE WIEDER selber mit dem Auto da rein zu fahren. Da lob ich mir die Variante “fahr bis zur nächsten S-Bahn-Station und lass das Auto da stehen”….damit erspart man sich dann auch die nervenaufreibende Parkplatzsuche bzw die unverschämten Parkgebühren.
Und was Mercedes und BMW angeht: Insbesondere die Blinkregel und das Auffahrgebot gelten für die auch auf der Autobahn.
Franckenstein
am 14. Juni 2006@manu Mit dem nicht Blinken und Auffahren kann ich dir vollstens zustimmen wobei ich sagen muss wenn man auf der Autobahn vor einen sehr langsamen Auto auf der Linken Spur den Mindestabstand hält hat man 15m oder weniger hinter sich den Hintermann dran pappen der evtl. auch energisch die Lichthupe benutzt.
Aber das schlimme ist immer wenn die Münchner bei uns auf den Straßen unterwegs sind.
Die meisten Fahren dann bei uns nämlich nicht um 20 zu schnell, sondern kommen nicht vom Fleck.
Manu
am 14. Juni 2006Jawoll da hast Recht, und einen Radfahrer können die auch nicht überholen – nichtmal auf ner schnurgeraden, bestens übersichtlichen Straße,…. zum aus der Haut fahren!
Und vor allem gibt es OMAS die nicht AUSPARKEN können und das müssen keine Münchner sein.
*grummel*
@Andi: wie lang ists her dass mir einer den Spiegel abrasiert hat?
der Schlamm
am 16. Juni 2006Also ich komm in München toll zurecht. Vieleicht habe ich es auch in der Münchner Fahrschule gelernt?
20 kmh zu schnell minus 3kmh minus was der Tacho bescheisst – ist nicht teuer und nur eine Verwarnung kein Bußgeld. Über 30kmh innerorts ist der Schein weg.
Orange heisst doch Gas geben damit man nicht bei rot drüberfährt?
Wer zufrüh blinkt kann die Spur nicht wechseln weil dann der Hintermann Gas gibt. Ausnahmen gibts nur bei Blondinen mit großem Ausschnitt.
Was am Münchner Verkehr nervt sind nur die Ewigkeitsbaustellen.
PS: Wer sich über andere ärgert, nervt sich nur selbst. Freut euch lieber das es dem anderen extrem pressiert, er aber trotzdem nicht früher ankommt
Anonymous
am 17. Juni 2006An der Stelle möchte ich euch sagen, das der Drecksblitzer Verein heute eine auf den Sack bekommen hat. Wurde auch langsam Zeit dass diese Raubritter einen Dämpfer bekommen. Was mich aber noch mehr wundert, warum Kommunen soviel Geld in diese Verkehrsüberwachung stecken und sich dann auch noch so linken lassen.