Man singt Bayerisch

Andi

Diesen Beitrag verbrach Andi am 3. September 2007
Kategorie: Allgemein | 3 Kommentare 



Heute möchte ich Euch zwei recht unterschiedliche aber dennoch äußerst feine Alben vorstellen. Das eine ist die neue CD von Claudia Koreck „Fliang“, das andere heißt „A Insel so schee wias Edelweiß“ von den „CubaBoarischen“. Beide CDs verbindet, dass sie in bayerischer Sprache gesungen sind, beide sind alles andere als Mainstream.

Fliang

Was habe ich auf diese CD gewartet. Nachdem ich “Fliang”, den Titelsong, schon fast (aber nur fast) nicht mehr hören konnte lechzte ich nach Nachschub und wurde beim ersten Mal hören enttäuscht.
Und ich weiß auch warum: Ich habe die CD beim Aufbau für meine Karibische Nacht über die Lautsprecheranlage als Hintergrundberieselung laufen lassen. Und das klappt mit dieser CD überhaupt nicht. Für diese Musik braucht man Zeit, Ruhe und die Möglichkeit sich Fallen zu lassen. Dann entfaltet Claudia Korecks Musik ihre volle Kraft.
Und wer sich drauf einlässt, auf diese seltsame Mischung aus Bayerischer Mundart und Weltmusik (erwartet keinesfalls Volksmusik oder gar Schlager), die sich am ehesten noch mit der Musik Goiserns vergleichen lässt, der ihr ja auch als Inspiration diente, der wird mit einem unglaublichen stimmigen Album belohnt, auf dem mit Ausnahme von Lied 5 (Unverwundet, passt leider nicht zum Rest) ein jeder Song ins Ohr geht und nicht mehr raus will. Und ich hätte nicht gedacht, dass der Titelsong „Fliang“ noch zu toppen ist, doch „Herbstwind“ und „I mog de Dog“ und „Daschn“ sind mindestens so schöne Kompositionen.

Fazit: Ein ganz feines Album einer Künstlerin, die es verdient hätte, erfolgreich zu werden. Obwohl ich fürchte, dass die Ignoranz des Mainstream-Musikkonsumenten diese Art der Musik in Deutschland nicht annehmen wird. Diejenigen, die bayerische Texte mögen, denen fehlt das übliche Schlager- und Volksmusikgedudel, ihnen ist diese Art der Musik zu anspruchsvoll. Und Bravo-Kiddies und Tokio-Hotel-Fans finden bayerisch gesungene Texte uncool.
Wie auch immer, ich wünsche Claudia von ganzem Herzen dass sie sich davon nicht entmutigen lässt und ihrer Musik und sich selbst treu bleibt.

A Insel so schee wias Edelweiß

Diese CD habe ich von der Obstblumentalerin zum Geburtstag bekommen. Sie stammt von einer bayerischen Kapelle, die von einer Kuba-Reise die Liebe zur kubanischen Musik entdeckte, sich seit her die „CubaBoarischen“ nennt und ganz unkonventionell kubanische mit bayerischer Volksmusik vermischt.
Das sieht in der Praxis so aus, dass in manchen Liedern bayerisches Liedgut zu kubanischen Klängen zum besten gegeben wird und umgekehrt, in anderen unterbricht die eine Stilrichtung abrupt und fügt einen Teil der anderen ein, und wieder andere kommen mit einer einzigen Richtung aus.
Obwohl das ganze noch nicht an (wiederum) Hubert von Goisern rankommt, der dieses Vermischen von verschiedenen Volksmusiken zur Perfektion getrieben hat, macht die CD großen Spass und strahlt so eine Fröhlichkeit aus, dass man beim Hören die 6 Musiker förmlich in einem kubanischen Strassencafe vor Augen hat, wie sie mit Ziach und Klarinette aufspielen.

Fazit: Zwar noch nicht 100%ig ausgereift, aber mit Potential, Herzblut und Leidenschaft. Hoffentlich nicht die letzte CD.

Übrigens: Die Cuba Boarischen spielen am 14.09. umsonst im Aiblinger Kurpark. Vielleicht geht jemand hin und berichtet mir davon, denn zu der Zeit stecken meine Füße bereits im heißen Sand.

3 Kommentare 

  1. Tine
    am 4. September 2007
    1

    Hör dir den Hubert mit den Cubaboarischen mal live an – die Stimmung kann eine CD gar nicht einfangen!

  2. Andi
    am 4. September 2007
    2

    Ähm, Du meinst es gibt bei den Cubaboarischen auch einen Hubert? :-)

  3. Tine
    am 5. September 2007
    3

    Sozusagen ja ;-)

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