Iwasig?

Andi

Diesen Beitrag verbrach Andi am 15. Februar 2006
Kategorie: Allgemein | 16 Kommentare 




Der Tag der Rezensionen… Im selben Paket wie Clone Wars lag noch Hubert von Goiserns „Iwasig“. Das Album aus dem Jahr 2003 war lange Zeit ausverkauft und wurde nicht mehr neuproduziert. Nun ist es seit Februar unter einem neuen Label wieder im Handel. Und gleich in meine Sammlung gewandert.
Nun ist es ja schwer, sich als Hubert von Goisern (HvG) Fan zu outen ohne Spot oder schiefe Blicke zu ernten. Zu sehr hängt ihm das Image des Halodri-Volsmusikers mit seinem „Hiata Madl“ nach (Völlig ungerechtfertigt, jeder Kritiker sollte zumindest einmal die Live-Version des Liedes auf „Wia die Zeit vergeht“ gehört haben. Ein grandioses Erlebnis, ich wünschte, ich wär dabei gewesen bei diesem Konzert).

Ich stehe mittlerweile zu meiner Leidenschafts für HvGs Musik. Ok, ich war stilistisch nie festgelegt, vielleicht gefällt er mir deshalb so gut. Denn wenn man HvG eins nicht vorwerfen kann, dann ist es, daß er sich auf einer seiner 13 Platten wiederholt. Im Gegenteil, er erfindet sich von CD zu CD neu. Von Rock-Volksmusik (Alpinkatzen) über „Weltmusik“, in der verschiedene Stilrichtungen verquickt (Iwasig, Fön), bis hin zum Neuanstrich alter Volksweisen (Trad). Dazu gehören auch Experimente wie „Gombe“ und „Inexil“. Kann man vom Afrika Album Gombe zumindest ein paar Lieder anhören, zerreißt es mir beim im Tibet entstandenen „Inexil“ das Trommelfell. Aber gut, man muß ja nicht alles mögen.
„Iwasig“ ist auch alles andere als ein gewöhnliches Album. HvG-Neulinge werden nur verwundert den Kopf schütteln (oder wie meine Mum es ausdrückte: „Seltsame Musik“). Ihnen rate ich zu früheren Alben wie „Omunduntn“ oder den aktuellen Trad I+II.

Aber „Iwasig“ ist gut. Verdammt gut. Es ist eine der CDs, die von jedem Mal hören an besser und selbst nach dem 20ten Mal noch nicht langweilig werden.
Versucht das mal mit Xaver Naidoo CD…
Was macht Iwasig nun so besonders? Es dieser schwer zu beschreibende Mix aus traditioneller Volksmusik (obwohl die auf Iwasig nur noch ansatzweise vorhanden ist) verquickt mit vielen anderen Stilrichtungen von Blues bis afrikanischer Folklore vermischt mit HvGs unvergleichlicher Stimme und mal witzigen, mal tiefgründigen Texten. Und das wirkt bei aller Abwechslung immer rund und wie aus einem Guß. Faszinierend. Im ersten Lied auf der Platte namens „Heilige“ nimmt er die Gläubigen auf die Schippe:

„Aber samma uns ehrlich,
jeder Heilige is gfährlich,
wann scho oana moant er kannt mit beten,
uns vor de Deppen retten.“

Das ganze hinterlegt mit einem jazzigen Blues-Raggae. Nix Humptata.
Oder das sechste Lied: „Afrika“. Ein Gedicht. Davon gibt es noch eine 10minütige Live-Version, aber auch die vierminütige auf der CD ist erste Sahne. Ein unglaublich eingängiges, fröhliches und zugleich melancholisches Lied, das man wohl an jedem Lagerfeuer spielen könnte.
Und das letzte Lied „Ein neuer Tag“, das halte ich an dieser Stelle mal fest, sollt ich vorzeitig aus dem Leben scheiden, dann möchte ich, daß diese Lied auf meiner Beerdigung gespielt wird.
Ich stelle mal die These auf, daß wenn irgendein bekanntes Teenie-Idol die Lieder auf Englisch singen würde, diese auch in unseren Charts landen würden. Aber deutsche Texte oder gar Mundart sind ja leider bei der großen Masse verpönt.
Schade nur, daß HvG keine großen Konzerte mehr gibt. Das Trad Konzert in Aibling gehört zu den schönsten Erlebnissen meines jungen Lebens.

16 Kommentare 

  1. Verena
    am 15. Februar 2006
    1

    wie gesagt, wunderbarer Schreibstil…aber wie viele Lieder willst du denn noch auf deiner Beerdigung? Schön langsam werden wir überfordert die mal alle unterzubringen.

  2. Andi
    am 15. Februar 2006
    2

    Das, ich will nur das! :-) Ich finde, jeder sollte ein Lied auf seiner Beerdigung haben.

  3. Verena
    am 16. Februar 2006
    3

    und ich finde mit 23 sollte man das noch nicht unbedingt für thematisierungswüdig halten….

  4. Andi
    am 16. Februar 2006
    4

    Wann denn dann? Was, wenn ich mich ein Molch frisst? :-)

  5. angela
    am 16. Februar 2006
    5

    normale Molche fressen keine 86 kg schweren Hawaiimädchen, gefährlicher sind da schon die “Frettchenmolche” und die sind noch im Eis eingefroren und ohne Eis gibt es sie nicht……

  6. Andi
    am 16. Februar 2006
    6

    Das ist ein Paradoxon. Du verwirrst mich oder? Ich weiß dass es Mardermolche gibt, denn ich hab einen gesehen, aber Frettchenmolche?

  7. Hopps
    am 17. Februar 2006
    7

    Um die Molchdiskussion zu unterbrechen…. “Afrika” is auf diesem Album auch ned zu vergessen .. find i zumindest

  8. Andi
    am 17. Februar 2006
    8

    Setzen 6, Mister Hopps. Nochmal lesen und schähmen.

  9. mam
    am 17. Februar 2006
    9

    Setzen 6, Juni, “schämen” schreibt man o h n e “h”! Deshalb merk´Dir: “Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen ………..!” – armer Kerl, immer diese verflixte Rechtschreibung!!!!!!

  10. Andi
    am 17. Februar 2006
    10

    EIN Ausrufezeichen reicht vollkommen aus. Drum heißt es AUSRUFezeichen. Man kennzeichnet damit einen AUSRUF. Wenn man viele davon macht, dann ist es Geschrei. Und zivilisierte Menschen schreien sich nicht an. Analog dazu verhält es sich übrigens mit Fragezeichen… Und schähmen darf man sehr wohl mit H schreiben. Ich habs gegoogelt.

  11. Hopps
    am 17. Februar 2006
    11

    und ich kann nix dafür ich bin behindert mein 10 Finger system funktioniert nunmal nicht so gut mit nur 9 Fingern.. schreib ich halt in Zukunft nix mehr

  12. Andi
    am 17. Februar 2006
    12

    Es ging nicht um die Rechtschreibung sondern um die Tatsache, dass ich “Afrika” sehr wohl in meiner Rezenssion hervorgehoben habe…

  13. Verena
    am 20. Februar 2006
    13

    anregende diskussion….kommt so viel dabei heraus… ;-)

  14. Andi
    am 20. Februar 2006
    14

    Besonders dann, wenn Du so konstruktive Beiträge machst! :-)

  15. Verena
    am 22. Februar 2006
    15

    auf euren schmarrn weiß man ja auch beim besten willen nicht was man dazu beitragen soll. ;-)

  16. Andi
    am 22. Februar 2006
    16

    Kennst Du denn keine Anektdote über Molche? Oder gar über Iwasig?

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