In 3 Monaten ist Weihnachten
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Diesen Beitrag verbrach Andi am 29. August 2006 |
Eigentlich wollte ich einen Bericht über den gestrigen Herbstfestbesuch schreiben. Aber dann ist mir aufgefallen, dass es da ja gar nichts besonderes zu berichten gibt. War zwar schön, aber ich wüsste eben nicht, was ich darüber noch schreiben soll. Zu allem Übel hab ich auch noch meinen Kameraakku zuhause vergessen und musste mit einer Leihkamera fotografieren, Und die Bilder sind leider unter aller Sau geworden, weiß nicht was ich falsch gemacht hab. Wahrscheinlich kann ich einfach nur noch mit meiner Eos fotografieren.. Oder ich hatte gestern einfach keine Lust zum Knipsen.
Da ich aber gerade in Schreiblaune bin, lege ich Euch ein Buch ans Herz. Jawohl ein Buch! Mit Seiten und Buchstaben… Es heißt „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann. Das hat mir Manu zum Geburtstag geschenkt und ich hab die 300 Seiten in einem Wochenende durchgelesen. Eigentlich handelt es sich dabei um eine Doppelbiografie zweier bedeutender deutscher Wissenschaftler. Wer jetzt trockene Intellektuellen-Lyrik erwartet darf aufhorchen.
In zwei parallelen Erzählsträngen, die sich nur am Anfang und am Ende berühren, nähert sich Kehlmann den zwei Größen der Wissenschaft, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, auf unterhaltsamste Art und Weise:
„Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche an die Vermessung der Welt. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Der andere, der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß, der sein Leben nicht ohne Frauen verbringen kann und doch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett springt, um eine Formel zu notieren – er beweist auch im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt. Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin. (Klappentext)“
Das faszinierende an diesem Buch ist nun, wie die Geschichte erzählt wird. Auf einem schmalen Grad zwischen Fakten und Fiktion balancierend wird die Handlung, die biographie-typisch ohne Klimax daherkommt, mit mathematischen Formeln gefüllt, die einem manchmal noch aus der Schule in Erinnerung sind (bzw. bekannt vorkommen -Nachtrag-
, es werden historische Figuren eingestreut und Sitten und Gebräuche des frühen 19ten Jahrhunderts beleuchtet. Und seltsamerweise wird das ganze dank der innovativen Erzählweise und der kauzigen Protagonisten nie langweilig.
Das Buch steckt voller kleiner Weisheiten und auf jeder Seite findet sich mindestens ein zitierwürdiger Satz. Anspruchsvolle deutsche Literatur kann auch unterhaltsam sein.
In einer Zeit geboren, verschafft einem einen Vorteil gegenüber der Vergangenheit und macht einen zum Clown der Zukunft.
17 Kommentare
Schreib auch was!



GKMathe-Schmid-Kollegin
am 29. August 2006Dir kommen Matheformeln aus der Schule bekannt vor? Komisch, im Grundkurs kann ich mich erinnern waren dir diese Gebilde mindestens genauso fremd wie mir
Andi
am 29. August 2006Woa, Schmid hieß das Kretin. Der hat mich versaut.
Ich hab ja nicht geschrieben, dass ich die Formeln kenn, sondern lediglich dass sie mir bekannt vorkämen!
Kenn ich Frauen, die schlecht in Mathe sind?
Manu
am 30. August 2006äääähhh…..ja, kennst du
Freut mich dass dir “Die Vermessung der Welt” gefällt, obwohls ein Buch mit Seiten und Buchstaben ist
GKMathe-Schmid-Kollegin
am 30. August 2006He he, ja kennst du auf jeden Fall, ich würde mal sagen wir waren ebenbürtig was unser mathematisches “Können” oder sollte man sagen “Nichtkönnen” angeht
Rat mal los, ich bin gespannt wann/ob du draufkommst.
P.S. Nix gegen den Schmid, der war super nett, und konnte ja nichts dafür, dass er den schlechtesten Grundkurs des Jahrgangs bekommen hat
P.P.S. Das Buch ist übrigens phantastisch, das hatte ich vergessen zu erwähnen.
Andi
am 30. August 2006Wenn ich Raten soll musst Du mir einen Ausgangspunkt geben. Ich konnte mich ja nicht mal mehr an den Namen des Lehrers erinnern, geschweige denn, wer da alles in meinem Kurs war. Ist alles so verschwommen…
Andi
am 30. August 2006Wer im Text übrigens einen Fehler sieht ist angehalten, mich darauf aufmerksam zu machen. Schließlich studiere ich demnächst Germanistik, da muss ich mich dann zusammenreissen!
GKMathe-Schmid-Kollegin
am 30. August 2006Du glaubst gar nicht was und wer alles Germanistik studiert, da brauchst du keine Hemmungen haben
So schwer ist es ja auch nicht, und ein “neuer” Mardermolchleser bin ich auch nicht. Jetzt müsstest dus wissen…oder?
Andi
am 30. August 2006Die einzige die mir spontan einfällt spielt Musik in der Bruckmühler Blaskapelle und hält “Wer früher stirbt ist länger tot” für ein geniales Werk bei dem sie sich nicht mehr eingekriegt hat, ihn aber gleichzeitig sehr traurig findet…
Tine
am 30. August 2006na also
Andi
am 30. August 2006Das war zu EINFACH!
Tine
am 30. August 2006Warum, immerhin hast dus nicht gleich gewusst, oder?
P.S. Ich konnt ned anders wie ich des mit den Formeln gelesen hab, gleichermaßen mathematisch unbegabte Männer wie ich hab ich nämlich noch selten getroffen
Andi
am 30. August 2006Aber geahnt von Anfang an!
Ich kann zwar recht gut organisieren und behalte wenns drauf ankommt auch in brenzligen Situationen und unter Stress einen kühlen Kopf aber das ist wohl das einzige, wo die Lehre des logischen Denkens bei mir Wirkung gezeigt hat, ansonsten bin ich hoffnungslos verloren. Für alle andren Fragen der Mathematik kenn ich aber genug schlaue Leute, die sich bei Bedarf mit sowas rumschlagen mögen.
Du und ich sind halt Geschwister im Geiste der Kunst, solche, wie sie in der Vermessung der Welt so verschmäht werden und am Ende doch gewinnen!
Tine
am 30. August 2006Ich hoffe das Ende an dem ich gewinne äußert sich im Frühjahr im Staatsexamensergebnis
Andi
am 30. August 2006Na wenn nicht Du, wer denn dann…
DailyAgnes
am 31. August 2006Ich komm gar nimmer mit… seit ich in der Arbeit nicht mehr ins internet darf bin ich nicht auf dem Laufenden. DAs ist so schlimm.
manu
am 31. August 2006Ich “darf” auch nicht….
Andi
am 1. September 2006Das hat mich eh gewundert, dass Dein Arbeitgeber so lang so lax war…