Gefühltermaßen
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Diesen Beitrag verbrach Andi am 12. Februar 2007 |
Täglich erlebt ein jeder von uns einen wahren Rausch an Gefühlen. Viele sind uns zur Gewohnheit geworden, manche lästig, manche ein notwendiges Übel, und meist bemerken wir sie nur aktiv, wenn ein neues, ungewohntes oder seltenes Gefühl dazukommt.
Doch trotz dieser Vertrautheit mit Gefühlen bekommen wir, meistens wir Männer, oft vorgeworfen, wir können nicht über Gefühle reden. Derweil ist das wirklich gar nicht so einfach, den Gefühle beschreiben erfordert ein hohes Maß an Fantasie, Konzentration und Wortgewandtheit. Nicht dass ich diese Eigenschaften in hohem Maß besitzen würde, doch ich wage mich hiermit mal an einen Versuch heran:
Hunger:
Hunger beginnt mit einem unmerklichen Pochen im Bauch, das je nach Intensität des Hungers zunehmen kann. Es fühlt sich an, als würde jemand mit einer Harke in den Eingeweiden herumreißen. Kleine Schauer durchlaufen den Körper von der Magengegend aus, reichen bis in die Gliedmaßen und jeder dieser Schauer schwächt den Körper, es scheint, als würde sie ihm Kraft entziehen, um diese in der Magengegend zu sammeln und dieses Rumoren zu verursachen.
Bei starkem Hunger kann sich dazu ein Übelkeits-Gefühl gesellen. Das breitet sich gefühltermaßen von der Oberseite des Magens entlang der Speiseröhre bis zum Gaumen aus. Man fühlt sich, als ob ein Gewicht auf den Schultern lasten würde, das schwerer wird, je länger sich die Nahrungsaufnahme hinauszögert.
Lampenfieber:
Charakteristisch ist das Magen-zusammen-krampfen. Als hätte jemand ein Gummiband um den Magen gezogen, dass sich zusehends verengt. Dazu fängt das Herz an, schneller zu klopfen, Man spürt förmlich, wie einem kleine Tröpfchen an der Innenseite der Stirn hochkriechen um sich als kalter Schweiß einen Weg nach draußen zu bannen. Und als ob das nicht genug wäre, tut es der Hals dem Magen gleich. Auch er bekommt ein Gummiband verpasst, das entweder dafür sorgt, dass man gar kein Wort herausbekommt und wenn doch, die Worte nur so aus einem heraus sprudeln, als hätten sie sich im Hals gestaut und platzen nun heraus.
Vorfreude:
Vorfreude ist wie ein Stapel Getränkekisten, der zu einer Treppenform angeordnet ist. Die letzte Kiste könnte jederzeit das Übergewicht bekommen und herunterfallen, aber sie tut es nicht. Man sieht die Kiste wackeln, den Turm schwanken, hält gespannt den Atem an in Erwartung an den Sturz – aber er kommt nicht.
Rausch:
Der kommt in drei Stufen: Als erstes fühlt sich alles irgendwie leichter an. Etwaige Anspannung fällt ab, plötzlich kann man mit dem blöden Kerl von gegenüber auch ratschen. Man sieht eine Wolke heranschweben und wird im Verlauf zu Phase 2 schließlich so leicht, dass man sich in Phase 2 auf die Wolke setzen kann. Jetzt verschwimmt die Realität, hässliche Mädel werden plötzlich hübsch, man verliert den Überblick was man getrunken hat. Teile der Wolke, auf der man sitzt, drängen sich ins Ohr, suchen einen Weg ins Gehirn und vernebeln es. Man, spürt, wie einem ein zäher Film über die Augen läuft, und den eigenen Focus aufs engste beschränkt. In diesem Zustand könnte man die Welt umarmen. Doch darauf folgt meist recht fix Phase 3. Während die Rolltreppe bis jetzt nach oben fuhr, stoppt sie nun abrupt und schießt in die andere Richtung. Kurzeitig zerreist es einen und es fühlt sich, als würde das innere nach aussen gestülpt. Diesen Zustand kündigt eine plötzliche Übelkeit an, als würde einem ein Hund Säure in den Rachen pinkeln. Wenn man Glück hat, wird es jetzt schwarz, und man erinnert sich an nichts mehr.
Dazu hat noch keiner was gesagt
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