Gedankenwaschmaschine

Andi

Diesen Beitrag verbrach Andi am 27. August 2006
Kategorie: Allgemein | 18 Kommentare 



Arbeit am Sonntag, fade Angelegenheit. Muss aber sein. Und was soll man bei diesem Wetter sonst auch machen. Nachdem ich mich den ganzen Nachmittag mit Online-Payment, den Variationen, den Alternativen und den Rechten rumgeplagt habe, hab ich beschlossen, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Bin mit Gimli als treuen Reisegefährten durch einen verwaisten Naturpark gestreift. Keine Menschenseele, nur das Rauschen des Windes in den schon arg trockenen und auf zaghafte Weise an den nahenden Herbst erinnernden Blättern, Regen, der unter dem Blätterdach sich nur noch als Nieseln sanft auf die Haut legt und sie zum Prickeln bringt. Und habe seit langem mal wieder festgestellt, dass man viel öfters einfach nur verweilen sollte. Nicht weil man es sich vornimmt, sondern da wo man steht, ohne Intention und Plan. Und so bin ich über eine Stunde im Regen auf einem Stein gesessen, während Gimli Morgen-, Mittags- und Abendwäsche eines Monats abgehakt hat, in dem er den Jenbach rauf und runter geschwommen ist und jetzt wohl Schwimmhäute zwischen den Krallen hat.
Und mit dem aufgewühlten Schlamm, der vom klaren Wasser davon gespült wird, vergeht einem das Grübeln, das Denken. Als ob man nicht mehr durch einen Sieb denkt. Und seit langem wieder tief Luft holt.

18 Kommentare 

  1. DailyAgnes
    am 27. August 2006
    1

    Es wird doch wohl nicht bergauf gehen?

  2. Andi
    am 27. August 2006
    2

    Kommt auf Deinen Standpunkt an. jeder braucht seinen Stein! :-)

  3. der Schlamm
    am 27. August 2006
    3

    …mit dem aufgewühlten Schlamm, der vom Wasser davon gespült wird…
    Muss es so mit mir enden?
    Jetzt komme ich gestern Abend aus dem Urlaub und muss lesen dass ich hier fortgespült werde.
    Aber ich bleibe eisern hier, auch wenn ein Teil von mir weggespült wird.
    @Andi: Es lässt sich nicht verhindern dass immer wieder ein Teil fortgespült wird. Man verändert sich hierdurch und die Zukunft wird neu und schöner.

  4. Andi
    am 27. August 2006
    4

    Oh, an Dich hatte ich dabei natürlich nicht gedacht! :-)
    Jetzt bist Du wenigstens wieder sauber.

    Wenn sich Veränderung und Zukunft durch das Zurücklassen von Teilen des Selbst definiert, dann muss man aufpassen, dass am Ende noch was vom Anfang übrigbleibt…

  5. der Schlamm
    am 28. August 2006
    5

    Warum?
    Die meissten Ereignisse prägen einen (absichtlich oder unbewusst) und man verändert sich langsam entsprechend des aktuellen Wissens. Ob am Schluß noch etwas vom Anfang da ist, ist doch egal.

    Wenn böse Leute Gutes erfahren, lassen Sie vieleicht das Böse irgendwann ganz fallen – wäre doch schön

  6. katharina
    am 28. August 2006
    6

    guten morgen allerseits!
    @ Andi: Nimmst mich nächstes mal mit auf so nen kleinen Spaziergang, könnt ich nämlich momentan auch ganz gut gebrauchen…

  7. DailyAgnes
    am 28. August 2006
    7

    Jetz geht sie aber ran!

  8. Andi
    am 28. August 2006
    8

    Naja, das letzte Argument hat was. Bin aber trotzdem der Meinung, das man tief drin immer der selbe bleiben wird, egal was einem widerfährt.

    Katharina, das geht nicht, du fürchtest doch den Gimli!

  9. Manu
    am 28. August 2006
    9

    Solche Momente braucht der Mensch – und deswegen mag ich keine Städte.

    Da gibts solche Ruheorte nämlich garnicht erst……da kann man sich dann entweder bei Mac Donalds um die Ecke oder im Salinpark zwischen Pennern und kiffenden Jugendlichen ein freies Plätzchen aussuchen, mal tiiiiieeeeeeeef die Abgase einatmen die einem in der Stadt um die Nase wedeln und sich an der Hektik der durch die Straßen eilenden Städter -Kinder, einkaufswütige Mütter, shoppende schüler (die ja jetzt Ferien haben)- ergötzen oder sich vorstellen sie wären nicht da und die Stadt wäre leer -und damit ruhiger aber wohl nicht viel entspannender :P

  10. katharina
    am 28. August 2006
    10

    tu ich nicht! mich mag er doch viel lieber als dich
    :-)

  11. manu
    am 30. August 2006
    11

    Ich könnt jetzt eine Gedankenwaschmaschine brauchen,…..aber bei den temperaturen ists mir zu kalt am bach :(
    Mann,…wieso hab ich das Gefühl dass Männer manchmal vorschnell überreagieren, dann auf stur schalten, dann anfangen nachzudenken (weil sie nicht wiwssen was sie eigtl wollen) und zuletzt -wenn man grad dabei ist, sich selbst wieder zu finden- wieder Verwirrung stiften …

    Muss man sowas kapieren?!

  12. Andi
    am 30. August 2006
    12

    Schätz nicht. Aber was uns nicht umbringt macht uns nur stärker.

  13. Manu
    am 30. August 2006
    13

    Aber um dabei nicht umzukommen muss man erstmal rausfinden was der richtige Weg ist…… :(

  14. DailyAgnes
    am 31. August 2006
    14

    @katharina: lieber als mich? ich denke as agnesserl ist ein unikum. daher sind keine vergleiche möglich. :)

  15. manu
    am 31. August 2006
    15

    wo ist meine Gedankenwaschmaschine…….hätt nicht gedacht dass es noch tiefer runter gehen könnte, dachte es müsste eigentlich schon wieder bergauf gehen……. :(

  16. Andi
    am 1. September 2006
    16

    Du hättest vorher einen Stein runterwerfen sollen, dann wärst vorbereitet gewesen! ;-)

    Und Agnes und Katharina, kann es sein dass Ihr aneiandervorbeigeredet habt? :-)

  17. manu
    am 1. September 2006
    17

    Hm gute Idee, muss ich mir merken…… ;-)

  18. DailyAgnes
    am 4. September 2006
    18

    Ja ist so! :-)

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