Prinzen, Gefängnisse, Banken und Winde

Andi

Diesen Beitrag verbrach Andi am 6. April 2009
Kategorie: Kurzgeschichten, Rezensionen, Ägypten 2007 | Was dazu schreiben 



In der Kürze liegt Würze, es folgt die Mardermolch Medienkritik über jüngst konsumiertes.

Prison Break Season 2+3

Prison Break

Eigentlich wollte ich nach Season 1 aufhören, zu durchwachsen waren mir die Kritiken der zweiten Staffel der Ausbrecher-Saga. Doch da ich den Cast aus Teil 1 ins Herz geschlossen hatte, sowohl die beiden Brüder, die ins Kreuzfeuer einer Regierungsverschwörung geraten, als auch die teils herrlichen Antagonisten, schlug ich zu, als ich Staffel 2 für günstiges Geld in einem großen Kaufhaus herumliegen sah.
Bereut hab ich’s nicht, Staffel 2 knüpft da an, wo die erste aufhört und übernimmt dankenswerterweise die geradezu mörderische Spannung. Zwar müssen einige Figuren ins Gras beißen, dafür stößt mit Alex Mahone mein derzeitiger Lieblingscharakter dazu, was die Verluste liebgewonnenener Figuren mehr als aufwiegt.
Am Ende hätte es Staffel 2 nicht geschadet, ein paar Folgen weniger zu haben, über 22 Episoden wirkt es gen Ende etwas ermüdend, wenn Michael und Linc wiedermal um Haaresbreite entwischen können.

Staffel 3 schließlich schießt den Vogel ab. Noch nie zuvor bin ich in meinem Bett gesessen und habe mir die Decke zu Nase hochgezogen, weil ich so angespannt war. Prison Break 3 ist streckenweise so spannend, dass es kaum mehr zu ertragen ist. Zwar wird im Grunde die erste Staffel kopiert, nur dass dieses Mal Michael drin, und Lincoln draußen ist. Aber das ist es ja im Grunde, was Season 1 zu solche einem Erfolg gemacht hat.
Hinzu kommen altbekannte Charaktere und auch ein paar feine neue, das ganze in einem kochend heißen Szenario mit ständig schwitzenden Charakteren, schönen neuen Frauen, noch böseren Bösen und eingedampft dank Autorenstreik auf knackige 13 Epsioden. Zwar manchmal unlogisch oder klischeebeladen, aber nie war Fernsehen spannender. Versprochen.

Bank Job

Bank Job

Die Rezension zu Bank Job passt thematisch gesehen gut zu der von Prison Break. Und: Würde ich die Serie nicht kennen, könnte ich Bank Job durchaus mehr abgewinnen.
Dummerweise erreicht der Film nie auch nur im Ansatz die Spannung, die Prison Break erzeugt. Und das liegt wohl daran, dass er sich nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein will. Lässige Gansterkomödie ala Ocean’s Eleven? Dafür wechselt ab der Hälfte der Ton zu sehr, der Humor fliegt raus, Ernst und Gewalt werden eingewechselt. Für einen richtigen harten Actioner reicht es dann auch nicht, dafür geht’s insgesamt zu gemächlich und beschaulich zu, auch wenn ich die Altersfreigabe höher angesetzt hätte.
Wahrscheinlich hätte der Film besser funktioniert, wenn er etwas leichter inszeniert worden wäre, den Stil von Snatch oder einem anderen Guy Ritchie-Werk zum Vorbild genommen hätte.
Unterm Strich bleibt eine launige Actionkomödie, wobei es von der Verteilung her eher Komödieaction heißen müsste.
Kann man sich ansehen, vor allem, wenn man was für Jason Statham übrig hat.

Prince of Persia Epilog

Prince of Persia Prototype

Ach, was war das Ende von Prince of Persia schön und doch unbefriedigend. Wir retten die Prinzessin aus dem Reich der Toten und lassen dafür den Fiesewicht wieder raus aus seinem Gefängnis.
Im kürzlich per Playstation Network nachgelieferten Epilog geht das Pärchen wieder auf die Suche nach einem Ausgang aus dem verwunschenem Palast und sucht eine Lösung, wie es den bösen Ariman wieder verknacken kann. Dazu durchstreifen die beiden einen bockschweren neuen Spielabschnitt, langweiligerweise einen Keller, alte Gebiete und Feinde werden recycelt, die einzige echte Neuerung: Jetzt ist alles viel schwerer. Habs trotzdem durchgespielt, nur um von einem relativ lieblosen Schluss enttäuscht zu werden. Im Endeeffekt bin ich jetzt genauso schlau wie vorher. 9,99€ für den Epilog, da muss man schon sehr großer Fan sein um das zu schlucken. Aber mit Fans kann mans ja machen…

Flower

Flower

Auch ein Spiel aus dem PSN-Store. Obwohl: Spiel trifft es nicht ganz. Flower ist eher wie, hm, wie beschreibt man das, Poesie. Ja, das ist gut.
Man spielt hier einen Wind. Den steuert man über Wiesen und bestäubt Blüten. Nach und nach heilt man so verdorrte Gebiete und erweckt sie zu neuem Leben, im großen Finale wird gar eine ganze Stadt begrünt.
Ich weiß, das hört sich doof an. Aber glaubt mir, man muss es gespielt haben. Einmal angefangen ist es nur schwer, wieder aufzuhören. Das ist zum einen der wunderbaren Grafik und der zauberhaften Musik geschuldet, zum anderen der intuitiven Steuerung. Mittels Sixaxis-Controller bewegt man den Wind, man braucht keine Taste, nur einen Analogstick zum Beschleunigen.
Das ganze geht so leicht von der Hand, dass, und das das ist das wirklich Erstaunliche an der Geschichte, sich meine Freundin dazu hinreißen ließ, sich erstmals mit einem Videospiel zu beschäftigen! Am Ende hat sie es dann im Alleingang durchgespielt und nach mehr verlangt.

Und das ist eine großartige Leistung für ein so kleines Spiel.

Flower

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